Erfolgsrezept für (Texte zu) Kontaktlinsen

Texte zu Kontaktlinsen für kurzsichtige Kinder? Einfache Informationen auf deutsch zu Kindern und Kontaktlinsen – für Eltern? Schwierig.

Auch deshalb haben die meisten Betroffen und ihre Familien noch nie etwas von dieser Alternative zur dicken Brille gehört. Aber Unwissenheit ist nicht das größte Problem.

Nachtlinsen für kurzsichtige Kinder? Kenn‘ ich nicht …

Kurz vor den Sommerferien: Ich treffe Mutter und Tochter aus dem weiteren Schulumfeld. Wie kennen uns nicht. Offensichtlich ist das Kind (11) bereits stark kurzsichtig. Mit einem Blick erfasse ich die Situation und berichte von Nachtlinsen, von Mutter zu Mutter. Schließlich kenne ich das Thema schon seit 2012 als PR-Beraterin und Redakteurin sehr gut. Das sage ich auch.

Kind begeistert, Mutter skeptisch.

Klasse, wie schnell die Tochter alles verstanden hat. Jetzt ist sie neugierig bis begeistert: „Oh ja, Mama, darf ich diese Nachtlinsen mal ausprobieren? Dann bin ich endlich die Brille los, brauche tagsüber gar nix zu tragen und werde nicht noch kurzsichtiger.“

Doch die Mutter geht in Abwehrhaltung: „ Jaaa?? Seit wann gibt es das denn? Wenn es so etwas geben würde, wüsste ich das ja. Habe ich aber noch nie gehört.“ Sie verabschiedet sich höflich-distanziert.

Das zeigt: Hier hat zwar ein verständlicher Text einen guten Job bei der einen Zielgruppe gemacht. Bei der anderen Zielgruppe konnte er aber die Barriere aus Vorurteilen und Skepsis nicht überwinden.

Diagnose: mangelndes Vertrauen.

Auch meine erwachsene Gesprächspartnerin hatte meine Aussagen inhaltlich verstanden. Aber sie kannte mich nicht, es fehlte also die Vertrauensbasis.

Zudem kamen Mutter und Tochter gerade von einem Termin in der Augenklinik, wo die Tochter regelmäßig untersucht wird. Und: Dort hatte sie wieder einmal eine stärkere Brille verschrieben bekommen. Schlechte Bedingungen für ein Gespräch zu Kontaktlinsen für Kinder!

Was wäre wohl passiert, wenn nicht ich, sondern die vertraute Augenärztin oder der langjährige Augenoptiker den Vorschlag zu Nachtlinsen gemacht hätte …?

Nachtlinsen können bei Kindern Kurzsichtigkeit stoppen. Seit 20 Jahren.

Tatsächlich gibt es sie schon seit den 90er Jahren, auch in Deutschland. Jede dieser Nachtlinsen wird einzeln auf ein Auge angepasst, also personalisiert.

Wenn ein Kind seine Nachtlinsen regelmäßig mindestens sechs Stunden während des Nachtschlafs trägt, dann formen sie dabei die Augenhornhaut sanft um. Und: Es funktioniert!

Also warum nutzt kaum eine Familie diese Chance?

Meine Diagnose nach über sieben Jahren Öffentlichkeitsarbeit für Nachtlinsen lautet: Bis heute mangelt es der Therapie an seriöser, überregionaler Lobbyarbeit und vertrauensbildenden Maßnahmen von Institutionen und Verbänden. Zudem scheitern viele Informationsangebote und Texte zu Kontaktlinsen für Laien an einer Sprachbarriere.

Kurzsichtigkeit nimmt zu. Was ist daran denn so schlimm?

Gleichzeitig gibt es immer mehr kurzsichtige Kinder. Nicht nur das: Sie werden auch immer stärker kurzsichtig. Die Ursachen für Kurzsichtigkeit sind:

  • mehrer Stunden Naharbeit täglich über Buch und Bildschirm,
  • zu wenig Tageslicht,
  • ein Mangel an natürlichen Grüntönen
  • und erbliche Vorbelastung durch Vater, Mutter, Großeltern.

Natürlich ist Kurzsichtigkeit keine Krankheit. Zunächst beginnt diese Fehlsichtigkeit bei den meisten Kindern und Jugendlichen mit geringen Dioptrienwerten. Doch nehmen diese schnell und stark zu, spricht man von starker Kurzsichtigkeit: Dann ist dieses Kind ein Fall für’s Myopie-Management.

Denn bei starker Kurzsichtigkeit drohen später als Erwachsene Sehbehinderung, Netzhautablösung oder andere Augenkrankheiten. Auch beruflich ist ein stark kurzsichtiger junger Mensch eingeschränkt: Nicht nur Traumberufe wie Pilot oder eine Karriere im Leistungssport sind für Betroffene unerreichbar. Sogar eine Beamtenlaufbahn bleibt vielen stark kurzsichtigen Menschen verwehrt.

„Ortho-K“: Klingt ein bisschen nach Science Fiction, oder?

Längst gibt es auch in Deutschland tausende Menschen, die mit Nachtlinsen groß geworden sind und sie immer noch gern tragen. Übrigens: Kontaktlinsenexperten sprechen bei Nachtlinsen auch von Orthokeratologie-Linsen, kurz: Ortho-K.

Mittlerweile kenne ich selbst Menschen, die Nachtlinsen seit 10 oder sogar 20 Jahren zufrieden tragen. Das macht Hoffnung in einer Zeit, in der immer mehr Kinder in Deutschland (stark) kurzsichtig werden.

Andererseits kann ich skeptische Eltern kurzsichtiger Kinder auch verstehen: Ständig umzingelt uns Werbung, wenn wir online sind. Da mache ich lieber mal zu, wenn mir etwas direkt zu abwegig, zu kompliziert oder gar riskant erscheint. Erst recht, wenn es um mein Kind geht.

Klartext zu Kontaktlinsen: von Ihrem Arzt und Augenoptiker.

Die ablehnende Reaktion auf Ortho-K ist mir nicht neu. Denn mittlerweile kenne ich die hartnäckigen Vorurteilen der Deutschen gegenüber Kontaktlinsen allgemein und Nachtlinsen im Besonderen. Menschen in Nordamerika, China und zum Beispiel nebenan, in den Niederlanden, stehen Nachtlinsen offener gegenüber.

Was ist in diesen Ländern anders als in Deutschland? Zum einen haben sich in vielen Ländern Kontaktlinsen und besonders Nachtlinsen für Kinder seit über 20 Jahren etabliert. Doch damit das gelang, bereitete Lobbyarbeit (bei Augenmedizinern und Optikern) zunächst den Boden.

Schließlich haben wir es bei Kontaktlinsen für KinderI mit einem Produkt an der Schnittstelle zur (Kinder- und) Augenmedizin zu tun.

Vertrauen schaffen bei Medizinern, Augenoptikern – und Eltern

In Deutschland gab es bislang keine kontinuierliche, konzertierte, überregionale Lobbyarbeit für Nachtlinsen.

Übrigens sind auch Ärzt*innen und Augenoptiker*innen Eltern kurzsichtiger Kinder. Vielleicht sind sie auch selbst stark kurzsichtig und kennen das Handicap, das ihren Kindern droht. Bevor Kontaktlinsen kurzsichtigen Kindern helfen können, müssen als Ärzte, Therapeuten, Augenoptiker und Eltern davon überzeugt werden.

Wie kann Kommunikation zu Kontaktlinsen für Kinder gelingen?

Erfolgreiche Kommunikation und Texte zu Kontaktlinsen

Erfolgreiche Kommunikation zu Kontaktlinsen für kurzsichtige Kinder

  • richtet sich klar an die Zielgruppe: Augenärzt*innen, Optiker, Eltern bzw. Familie (Mutter, Vater, Großeltern).
  • braucht einen seriösen, glaubwürdigen Absender/Sprecher*innen, dem die Zielgruppe vertraut.
  • sucht die passenden Kanäle für jede Zielgruppe.
  • beantwortet alle Fragen zur Sicherheit und dem Stand von Medizin und Forschung.
  • spricht eine klare, nicht werbliche Sprache.
  • erzählt spannende Geschichten über Menschen und Nachtlinsen und nutzt dafür eine zeitgemäße Contentstrategie.
  • setzt auf dialogorientierte Inhalte mit Feedback-Chance.
  • stellt die Vorteile in den Vordergrund, geht aber genauso auf Ängste und Vorurteile ein.

Testimonials zu Kontaktlinsen erreichen Kinder und Eltern.

Und schließlich lassen gute Texte zu Kontaktlinsen erfahrene Kontaktlinsenträger als Testimonials zu Wort kommen.

Am besten geeignet sind dafür Menschen, die schon seit ihrer Kindheit Ortho-K tragen und ihre Familien. Denn sie erzählen sogar gern von ihrem Alltag mit Nachtlinsen. Schon heute gibt es übrigens in Deutschland einige tausend von ihnen.

Myopie? Ortho-K?

Was bedeutet Ortho-K? Was meint ein Arzt, wenn er den Patienten myopisch nennt?

Dazu habe ich selbst 2017 eine mündliche Kurzumfrage unter 26 Teilnehmer*innen einer Fortbildung an der TH Köln durchgeführt (zwischen 24 und 55 Jahren). Das Ergebnis: Immerhin eine kannte Ortho-K (Nachtlinsen). Aber der Rest hatte dieses Wort noch nie gehört und konnte es auch nicht erklären.

Dagegen wusste niemand, was Myopie (Kurzsichtigkeit) bedeutet. Selbst die kurzsichtigen Befragten kannten den Begriff nicht.

Übrigens waren zwei Drittel der Befragten Akademiker*innen, 12 trugen Brille, 10 davon wegen Kurzsichtigkeit. Kontaktlinsen trug in der Gruppe an diesem Tag übrigens außer mir nur noch ein anderer Teilnehmer.

Die meisten Fehlsichtigen in Deutschland tragen Brille.

Kontaktlinsen haben es in Deutschland besonders schwer. So beträgt ihr Marktanteil um die 5 Prozent und ist seit Jahren rückläufig. Damit ist Deutschland bei den Kontaktlinsen Schlusslicht in Europa.

Wen wundert es da, dass Nachtlinsen noch viel weniger bekannt sind? Obwohl es sie seit über zwei Jahrzehnten in Deutschland gibt, kennt sie kaum jemand.

In Informationen für Kinder und Eltern herrscht eine medizinisch-wissenschaftliche Fachsprache vor. Obwohl die Betroffenen an Hilfe bei Kurzsichtigkeit sehr interessiert sind, können viele die hohen sprachlichen Hürden nicht überwinden. Aus Unverständnis wird Frustration, dann Ablehnung. Brillen scheinen nicht nur die einfachere, sondern auch die bessere Lösung.

Orth-K-Fans tragen „oben ohne“.

Übrigens sind Nachtlinsen sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein Chance: auf einen Alltag ohne Sehhilfe bei bester Sicht.

Heutige Nachtlinsen-Fans sind begeistert: Gerade Leistungssportler*innen und Kontaktlinsenfans mit bewegungsintensiven Berufen, viel Bildschirmarbeit oder einem „schmutzigen“, staubigen Arbeitsplatz verzichten tagsüber gern auf jede Sehhilfe.

Linktipp Myopia Care

In den letzten drei Jahren sind einige neue Informationsangebote zu Nachtlinsen für Kinder entstanden. Auch durch die sozialen Medien erreicht das Thema in Deutschland immer mehr Menschen. Wichtig ist jetzt, dass sich führende Akteure zum Thema vernetzen und bundesweit Vertrauen bei allen Zielgruppen gewinnen.

Übrigens: Die Website Myopia Care bietet neben einem Selbsttest für betroffene Kinder und Eltern auch Informationen zu: Kontaktlinsen für kurzsichtige Kinder, Myopie-Management, Behandlungsmöglichkeiten und Vorsorge.

Auch auf der Website der INTERLENS Contactlinsen Institute e.V. gibt es Informationen für Eltern zu Kontaktlinsen für kurzsichtige Kinder. Dazu finden Sie dort viele weitere vertiefende und verständliche Texte zu Kontaktlinsen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, bei Kurzsichtigkeit, Altersweitsichtigkeit und Keratokonus.

(Foto: Little Baby Space Dream, fotolia, DN6)