Hilfe, mein Kind wird kurzsichtig!

Viele kurzsichtige Menschen könnten auf eine dicke Brille verzichten: mit Nachtlinsen.

Seit fünf Jahren mache ich PR+Text für Kontaktlinsenexperten. Das hat meinen Alltagsblick für das Thema Gutes Sehen geschärft. Gerade habe ich zu Kurzsichtigkeit (Myopie) und Kontaktlinsen gearbeitet. Und plötzlich sind sie überall: Symptome dafür, dass auch mein Kind kurzsichtig wird. Harmlos? Nur auf den ersten Blick …

Wussten Sie, dass 2050 jeder 2. Mensch auf diesem Planeten kurzsichtig sein wird? Das ist schlecht, denn (starke) Kurzsichtigkeit zieht im Erwachsenenalter oft schwere Augenkrankheiten nach sich.

Leider sind unsere Kinder betroffen (meins auch?). Denn unser Nachwuchs wird unabhängig von erblichen Faktoren immer öfter (und stärker) kurzsichtig durch

  • zunehmende „Naharbeit“ vor dem Bildschirm oder Buch,
  • zu wenig Abstand beim Lesen, Lernen, WhatsAppen, youtuben …
  • und einen Mangel an Tageslicht (mit natürlichen Grüntönen aus der Natur).

Wie verhindere ich, dass mein Kind kurzsichtig(er) wird?

Ja, das geht. Auf den ersten Blick sogar sehr einfach.

Gegenmittel Nr.1: Kinder sollten mindestens 2 bis 3 Stunden täglich draußen, am Tageslicht, sein. Egal, welche Jahreszeit oder welches Wetter gerade da draußen nass oder kalt macht.

(Aber mal ehrlich: Wer stellt seine ohnehin schon dauererkälteten Stadt-Kinder bei tagelangem Dauerregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt zwischen November und Februar täglich drei Stunden vor die Tür?)

Gegenmittel Nr.2: Grundsätzlich mehr – mindestens eine eigene Armlänge – Abstand bei der Naharbeit einhalten. Auch beim Bücherlesen und Lernen.

Übrigens spiegelt der Titel dieses Beitrags mein eigenes Erschrecken: Denn gerade erst habe ich tief zu Myopie bei Kindern recherchiert. Und da sehe ich plötzlich, dass unser Kind dauernd so komisch über den Aufgaben oder dem Bildschirm hängt, wenn es arbeitet, Filme schaut oder schreibt und liest … Wie lange ist das schon so?

Weniger Naharbeit und bald Nachtlinsen?

Deshalb habe ich jetzt das Tablet mal einkassiert. Filme werden wieder auf dem guten „alten“ TV-Bildschirm geschaut (das Gerät hat ja auch Internet). Und jeden Tage scheuche ich den Nachwuchs aus dem Haus und lasse ihn nicht vor 1,5 Stunden wieder herein. Das Frühlingswetter hilft mir dabei.

Mal sehen, was der Augenarzt dazu sagt. Und dann gibt es da ja noch Nachtlinsen. Für Kinder. Die stoppen bei ihnen Kurzsichtigkeit sozusagen „im Schlaf“. Aber das ist ein andere Geschichte …

(Foto: fotolia, „Education“, Brian Jackson)